Eine Woche (soziale) Landwirtschaft kompakt…

By | 27. März 2020

Die „Hochschule für nachhaltige Entwicklung“ im brandenburgischen Eberswalde lud in der zweiten Märzwoche zu einem Kompaktkurs „Landwirtschaftliches Grundwissen und Soziale Landwirtschaft“ ein. Das Thema Nachhaltigkeit und Ökologie beschäftigt unsere Gesellschaft zunehmend und auch wir wollen im Sinne unseres gemeinnützigen Auftrages einen Beitrag leisten und alsbald auf unserem Vier-Seit-Hof im Landkreis Teltow-Fläming das Konzept der ökologischen Landwirtschaft und Kleintierhaltung als sinnvolle Aufgabe für unsere Geldstrafer*innen1 umsetzen.  So ließen wir es uns nicht nehmen in die Welt der Landwirte, des Ackerbaus und der ökologischen Tierhaltung einzutauchen…

Schon an Tag 1 führten uns die Gastdozenten (Landwirte und Agrarökonomen) mit Leidenschaft in den Ökolandbau ein. Wir wissen nun um die Bedeutung der Grundbegriffe wie Ackerzahl, Bodenarten und -typen, Anbauverfahren, Fruchtfolgen, Leguminosen und Drillsaat ebenso wie um die Notwendigkeit der Tierhaltung im ökologischen Landbau zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Zur Verinnerlichung des erworbenen Grundwissens durften wir verschiedene Ökolandbetriebe mit und ohne Tierhaltung in der Uckermark besuchen und konnten so einen praxisbezogenen Eindruck gewinnen. Die Landwirte und Landwirtinnen zeigten und erklärten uns eindrucksvoll ihre Betriebe und beeindruckten mit fachlichem Knowhow, aber auch mit einer ggf. für den Landwirt typischen Ruhe und Gelassenheit. Ein Highlight war der Besuch eines Schweinestalls. Ausgerüstet mit Schutzanzügen – zum Schutz der Schweine! – konnten wir Muttersauen nebst Nachwuchs beobachten und uns an den kleinen Ferkeln erfreuen.

Zum Abschluss des Kurses beschäftigten wir uns mit dem Begriff der „Sozialen Landwirtschaft“ bzw. „Grünen Sozialarbeit“; eine Definition könnte sein:  „Soziale Landwirtschaft ist die Verbindung von landwirtschaftlicher Erzeugung mit sozialer und pädagogischer Arbeit. … Soziale Landwirtschaftsbetriebe in überschaubaren Strukturen bieten Perspektiven für die individuelle Entwicklung von Menschen mit Hilfebedarf, einen nachhaltigen Umgang mit der bewirtschafteten Natur und für die Belebung ländlicher Räume.“2

Insgesamt hat uns diese Woche das Prinzip des ökologischen Landbaus nähergebracht und hier und da zum Nachdenken angeregt. Wir sind mehr denn je davon überzeugt, dass die Kombination von Landwirtschaft und Sozialarbeit sinnvoll ist und wir mit unserem Projekt „ESel“3 in Kurzlipsdorf einen wertvollen Beitrag für die Region und unsere Klient*innen leisten können.

1 Projekt „Arbeit statt Strafe“ im Landgerichtsbezirk Potsdam
2 Thomas van Elsen, http://www.soziale-landwirtschaft.de/die-idee/die-dasol-stellt-sich-vor/definition-und-begriff/
3 „ESel“ – Einsatzstelle Soziale Landwirtschaft